Das Viertel südlich des Forums hatte bereits in der republikanischen Zeit einen überwiegend privaten Charakter. Der südliche Teil des Cardo maximus zeichnete sich nämlich durch das Vorhandensein reicher Domus sowie durch Thermen und Gebäude mit handwerklichen und kommerziellen Funktionen aus. Am Rande der Stadt, in der Nähe der Porta Laurentina, wurde das Heiligtum der Kybele oder Magna Mater errichtet, einer Fruchtbarkeitsgöttin orientalischen Ursprungs, die in Ostia während der Kaiserzeit eine besondere Anhängerschaft hatte. Der heilige Bereich in Form eines Dreiecks war der größte in der Stadt; in ihm wurden Tempel und Schreine errichtet, die der Verehrung der Kybele und der mit ihr verbundenen Gottheiten gewidmet waren. Die Kultgebäude waren um eine große Freifläche herum angeordnet, auf der religiöse Rituale stattfanden, bei denen heilige Prozessionen und Stieropfer (taurobolia) eine herausragende Rolle spielten.
Inschrift von A. Livius Proculus und P. Lucilius Gamala zur Erinnerung an die Schenkung von Land für den Bau des Tempels der Bellona
Relief, das einen Löwen darstellt und zu der von C. Cartilius Euplus im Sacellum des Attis gewidmeten Skulpturengruppe gehört (Museo Ostiense)
Relief mit der Darstellung eines Panthers und eines Bären, das zu der von C. Cartilius Euplo im Sacellum des Attis gewidmeten Skulpturengruppe gehört (Museo Ostiense)