Zu Beginn des 2. Jh. n. Chr., in der Zeit Trajans und dann vor allem in der Zeit Hadrians, erhielt der westliche Teil der Stadt überwiegend eine Wohnfunktion. In diesem Gebiet wurden große mehrstöckige Wohnblöcke mit Wohnungen und Läden an der Fassade gebaut, manchmal in direkter Verbindung mit Thermalanlagen, wie im Fall des Caseggiato del Serapide und des Caseggiato degli Aurighi, die mit den Terme dei Sette Sapienti einen einzigen Komplex bildeten. Die Gliederung und der organische Charakter einiger Blöcke haben zu der Annahme geführt, dass es im Vorfeld einen echten „Bebauungsplan“ gab, wie im Fall der Musterhäuser und vor allem der Gartenhäuser, die ein weitläufiges Areal mit symmetrisch auf vier Seiten angeordneten Wohngebäuden mit einem Gartenhof in der Mitte einnahmen. Dieses Viertel, nicht weit vom Stadtzentrum entfernt und in der Nähe des antiken Strandes, wurde besonders von der oberen Mittelschicht geschätzt, die sich aus Unternehmern, Verwaltern und Angestellten zusammensetzte, die in Ostia arbeiteten. Wie in den anderen Sektoren der Stadt waren aber auch in diesem Bereich Kultbauten und Zweckbauten (horrea) vorhanden.
Axonometrische Rekonstruktion: Haus des Serapis, Thermen der Sieben Weisen und Haus der Wagenlenker (I. Gismondi)