In ihrer heutigen Form weist die Nekropole Monumente auf, die zwischen dem frühen 2. und der Mitte des 3. Jh. n.Chr. errichtet wurden; Umbauten und Wiederverwendungen sind durch bescheidene Eingriffe bis zum 4. Jh. n.Chr. belegt. In der Anfangsphase war sie durch eine breite, zweispurige, erhöhte Straße (Via Flavia-Severiana) gekennzeichnet, die von Tuffstein-Gehwegen gesäumt war und an der entlang sich unregelmäßig angeordnete Begräbnisstätten in halbzylindrischen gemauerten Kästen befanden. Zellengräber mit zeitgenössischer oder späterer Einfriedung werden dann in den dahinter liegenden freien Räumen eingerichtet und bilden Blöcke von Gebäuden, die nicht immer aus derselben Zeit stammen. Die Versandung, die im westlichen Bereich aufgrund der Nähe zur Strandlinie deutlicher zu erkennen ist, führte zu einem Anstieg des Meeresspiegels, der zusammen mit dem Wunsch, an der Straßenseite sichtbare Denkmäler zu errichten, dazu führte, dass die neueren Gebäude die älteren Begräbnisstätten überlagerten, die so in diese einbezogen wurden. Es gibt architektonisch wertvolle Familiendenkmäler mit reichhaltigen Innendekorationen (Malerei, Stuck und Mosaik), ein- oder zweigeschossig, mit Gewölbedecke oder Terrassenabdeckung. Daneben gibt es einfache Einzelgräber verschiedener Art: in der Erde, mit schräg abfallenden Ziegeln bedeckt, die sogenannten „a cappuccina“, in Amphoren, in Terrakotta-, Holz- oder Marmorsarkophagen, halbzylindrische gemauerte Kastengrabstätten, rot verputzt, mit oder ohne davor stehender Ädikula Verschiedene figurative Motive skandieren die Wanduntergliederungen und schmücken Arkosolien, Nischen und Decken: florale Elemente, mythologische Szenen, Landschaften, Jagdszenen und seltener Themen, die direkt auf das endgültige Schicksal und den Zyklus der Jahreszeiten anspielen. Die Mosaikböden, deren Hauptfunktion darin bestand, die darunter liegenden Gräber zu versiegeln, wurden seit der Antike durch neue Bestattungen zerstört; sie sind meist weiß und schwarz, mit geometrischen und floralen Mustern, selten polychrom. Einzigartig in der Ikonographie ist das Mosaik mit weißen und schwarzen Steinen aus dem Grab E25, das als „Grab der Ernte“ bekannt ist und den Mythos von Admetos und Alkestis sowie Szenen der saisonalen Weizenverarbeitung darstellt.
Übersichtsplan der Nekropole mit Hervorhebung der Bauphasen: grau die Phase der traianisch-adrianischen Epoche (Anfang bis Mitte des 2. Jh. n.Chr.); grün die Phase der antoninischen Epoche (zweite Hälfte des 2. Jh. n.Chr.); rot die Phase der severischen Epoche (Ende des 2. bis Anfang des 3. Jh. n. Chr.)