Die rund zweitausend in der Nekropole von Portus bestatteten Toten, eine außergewöhnliche Stichprobe von Skeletten aufgrund der Anzahl und Erhaltung der Überreste, sind Gegenstand einer anthropologischen Untersuchung, die wesentlich zum Wissen über den Menschen in der Römerzeit beiträgt. Anhand der Analyse des Skeletts kann der Anthropologe das Phantombild des Individuums rekonstruieren, aus dem sich biologische Informationen über die gesamte Population ableiten lassen. Dank der mineralisierten Gewebe, aus denen es besteht, hat das Skelett die Fähigkeit, alle Informationen über das Leben einer Person dauerhaft zu speichern: Es ist möglich, die Spuren zu lesen, die sowohl von leichten und vorübergehenden Krankheiten - wie z.B. Schmelzhypoplasie - als auch von schwereren und chronischen Krankheiten hinterlassen wurden; die chemische Zusammensetzung des Knochens gibt auch Aufschluss über Essgewohnheiten und Herkunftsorte. Zu den hier am häufigsten auftretenden Erkrankungen gehört Rachitis bei Säuglingen (die 35% der Stichprobe ausmachen), während bei männlichen Erwachsenen das Phänomen der Knochenwucherung des Gehörgangs mit hoher Inzidenz auftritt, eine Erkrankung, die heute auch als „Surfer-Krankheit“ bekannt ist, die durch die anomale Bildung von Knochenwucherungen im äußeren Gehörgang gekennzeichnet ist und für die ein möglicher Zusammenhang mit der hauptsächlich von Männern ausgeübten Fischertätigkeit vermutet wird. Fall einer Heilbehandlung: Ein erwachsener Mann zeigt Anzeichen einer offensichtlichen Amputation eines Teils eines Oberschenkelknochens; der Mann hat die Operation überlebt, wie man am „Stumpf“ sehen kann, der die Schnittwunden und die Vernarbungsreaktion des Knochens zeigt.
Die Informationen, die aus der morphologischen und chemischen Analyse des Skeletts abgeleitet werden können